Zwischen Algorithmus und Anstand: Die neue Macht der Menschlichkeit


Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Wirtschaft und Technologie – sie verschiebt Machtachsen, rüttelt an gesellschaftlichen Fundamenten und stellt zentrale Führungsfragen. Wer heute Verantwortung trägt, muss sich einer neuen Realität stellen: Der Mensch steht nicht neben der Technologie – er entscheidet über ihre Richtung, ihren Einsatz und ihre Folgen.

Geopolitisch wird KI längst als strategisches Asset gehandelt. Die USA und China liefern sich ein Wettrennen um Daten, Rechenleistung und Dominanz bei Basismodellen. Die EU versucht, mit regulatorischen Leitplanken wie dem AI Act Haltung zu zeigen – und doch bleibt die Frage offen: Wer bestimmt, wie KI eingesetzt wird? Wer profitiert? Und wer verliert?


Die unterschätzte Macht der Algorithmen

Inmitten globaler Unsicherheiten – vom Krieg in der Ukraine über Handelskonflikte bis hin zu digitalen Angriffen auf kritische Infrastruktur – ist KI zur entscheidenden Waffe geworden. Nicht nur im militärischen, sondern auch im wirtschaftlichen Kontext. Unternehmen, die früh KI-Modelle trainieren, Daten bündeln und ownership aufbauen, verschaffen sich strukturelle Vorteile.

Doch je weiter sich diese Systeme autonom entwickeln, desto klarer wird: Ohne ethische Führung droht Kontrollverlust. Die Automatisierung von Entscheidungen – ob in Kreditvergabe, Recruiting oder im Verkehrsmanagement – trägt immense Verantwortung. Wer haftet, wenn ein System diskriminiert? Wer kontrolliert die Maschinen, wenn Entscheidungen nicht mehr transparent nachvollziehbar sind?


KI braucht Haltung. Und Führung.

Der Mensch wird damit nicht obsolet – er wird relevanter denn je. Es braucht Leader:innen, die in der Lage sind, technologische Potenziale mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden. Die sich nicht blenden lassen von Effizienzversprechen, sondern Klarheit schaffen: Wo führt KI zu mehr Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Resilienz – und wo kippt sie in Kontrolle, Ausbeutung oder Intransparenz?

Ein Beitrag in den Salzburger Nachrichten bringt es auf den Punkt: „Wer jetzt nicht handelt, wird abgehängt“, sagt dort der erfahrene Interims Manager Eckhart Hilgenstock – und verweist auf die Lähmung in vielen Unternehmen, die KI als Zukunftsmusik betrachten, obwohl sie längst die Gegenwart prägt.

Besonders gefragt sind künftig hybride Kompetenzen – technisches Grundverständnis kombiniert mit Empathie, Kommunikation und Entscheidungsfähigkeit. Eine Analyse der OECD zeigt: 72 % der Stellen mit hohem KI-Einsatz verlangen Management- und Business-Kompetenzen – klassische Soft Skills rücken also noch stärker ins Zentrum. (Quelle: OECD)


Leadership im 21. Jahrhundert: Mensch–KI–Kollaboration

Genau hier setzt unser Main Event in Leoben (16.–18. September) an: mit dem klaren Fokus auf Führung, Verantwortung und Mensch–KI-Kollaboration.

„Mensch–KI-Teams sind die Workforce des 21. Jahrhunderts. KI-Kompetenz ist unvermeidlich – aber nur gemeinsam mit sozialer und emotionaler Intelligenz wird sie kraftvoll,“ so Wolfgang Eder, neuer Partner der Independent Logistics Society und unseres Advisory Boards, aber schon lange Berater und Mitgestalter unserer Community, der schon seit Jahrzehnten Menschen und Organisationen durch Wandel alsn Speaker, Executive Coach und Universitätslektor begleitet.

Wir zeigen auf, warum reine Anwendungskompetenz beim KI-Einsatz nicht ausreicht. Es braucht eine neue Form von Führung: empathisch, vorausschauend, klar. Besonders in der Logistik, wo hochgradig vernetzte Systeme auf operative Exzellenz treffen, wird die Fähigkeit, mit Unsicherheit und Ambivalenz umzugehen, zur Kernkompetenz.


Technologischer Wandel ohne kulturellen Wandel ist zum Scheitern verurteilt.

KI wird nicht nur die Art, wie wir arbeiten, verändern – sondern auch, wer darüber bestimmt. Ohne kompetente Führung, ohne Vision und Verantwortung droht eine Fragmentierung unserer Arbeitswelt. Wir stehen an einem Kipppunkt, an dem nicht Technologie das Problem ist – sondern unsere Reaktion darauf.

Deshalb braucht es jetzt Stimmen, die nicht nur Tools einführen, sondern neue Narrative schaffen. Die Mut machen, Orientierung geben und bewusst gestalten – in der Wirtschaft, in der Bildung, in der Politik. Menschen die klar führen und klar kommunizieren.


Fazit: Der Mensch bleibt Machtfaktor

Wir laden alle, die sich mit der Zukunft der Logistik, der Industrie und der KI beschäftigen, herzlich ein: Kommt nach Leoben. Gestaltet mit uns die nächste Etappe. Lasst uns gemeinsam erleben, wie Mensch und KI nicht in Konkurrenz, sondern in Kollaboration wirken können.


Let’s redesign logistics. Let’s co-create a circular future. Live in Leoben.

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