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Warum kleine Marken im Regal gewinnen können | Alimentastic

Laurenz Hoffmann, CEO von Alimentastic, gewährt uns einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Unternehmens.

Alimentastic ist ein Salzburger Food-Innovationsunternehmen und Teil des Biogena-Umfelds. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt innovative Lebensmittel und Getränke mit ernährungsphysiologischem Mehrwert, die hochwertigen Geschmack mit wissenschaftlich fundierten Inhaltsstoffen verbinden. Dabei stehen Qualität, Nachhaltigkeit, Transparenz und zukunftsorientierte Ernährungslösungen im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Home of Food Innovations“ vereint Alimentastic verschiedene Lifestyle- und Food-Brands, die neue Maßstäbe für bewussten Genuss und moderne Ernährung setzen.


Es gibt einen Satz, den ich in den vergangenen Jahren oft gehört habe: Für kleine Marken sei im Lebensmittelregal kein Platz. Food-Innovation sei nett, aber nicht skalierbar. Ich verstehe, woher diese Skepsis kommt. Und ich bin überzeugt: Sie ist falsch.

Ich habe fast zwei Jahrzehnte im Lebensmitteleinkauf verbracht und dabei hunderte Produkteinführungen begleitet. Die wenigsten sind am Produkt gescheitert. Gescheitert sind sie an dem, was danach kommt: Verfügbarkeit, Nachschub, Prognose, Aktionsplanung. Der Weg vom fertigen Produkt ins Regal ist auch ein Marketingthema. Entschieden wird er aber in der Logistik.

In der EU fallen jedes Jahr rund 58 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an. Knapp die Hälfte davon, 47 Prozent, entsteht nicht in den Haushalten, sondern entlang der Lieferkette: in Produktion, Gastronomie, Landwirtschaft und Handel.¹ Gleichzeitig verschwindet der Großteil aller Neueinführungen innerhalb der ersten zwei Jahre wieder aus dem Sortiment. Beides hat dieselbe Ursache: eine Lieferkette, die auf Masse optimiert ist und mit Kleinmengen nicht umgehen kann.

Fotocredit: Alimentastic

Marketing schafft Nachfrage, Logistik hält sie

Missverstehen Sie mich nicht: Ohne Marketing entsteht keine Nachfrage, und ohne Nachfrage keine Marke. Eine gute Geschichte, ein klares Design, ein Regalauftritt, der auffällt, das ist die Eintrittskarte. Aber, und hier liegt der entscheidende Punkt, aus einem guten Produkt wird erst dann eine Marke, wenn jemand einen wirtschaftlich tragfähigen Weg findet, die geweckte Nachfrage dauerhaft zu bedienen. Nicht aus Idealismus, sondern weil es sich rechnet. Genau hier scheitern die meisten Food-Startups. Sie bleiben Nischenprojekte. Gut gemacht, medial gefeiert, aber nie im Massenmarkt angekommen.

Der Handel verzeiht vieles, aber keine Lücke im Regal. Zwei Aktionswochen ohne Lieferfähigkeit, und die Listung ist weg. Sie kommt selten zurück. Ich habe diese Entscheidung selbst oft genug getroffen.

Skalierung beginnt beim Geschäftsmodell

Bei Alimentastic haben wir nicht gefragt: Wie bauen wir die nächste erfolgreiche Marke? Wir haben gefragt: Wie bauen wir die Infrastruktur, die viele Marken gleichzeitig tragen kann?

Unsere Antwort ist ein House of Brands. Marken wie Neoh, Revo Foods, Frank Juice, Vitus oder Feelfood behalten ihre Handschrift und ihre Geschwindigkeit. Geteilt wird alles, was für eine einzelne Marke zu teuer wäre: Zugang zum Handel, Supply Chain, Disposition, Regulatorik, Datenbasis. Und die Vermarktungskraft, die eine einzelne Marke allein nie aufbringen würde.

Fotocredit: Alimentastic

Auf die Größe kommt es an

Unsere Branche hat viele gute Marken verloren. Einige blieben zu klein, um Skaleneffekte zu erreichen, und haben sich an den Stückkosten der Kleinmenge aufgerieben. Andere haben eigene Vertriebs- und Logistikstrukturen aufgebaut, die ihr Volumen nie getragen hat. Wieder andere wurden von Konzernen übernommen und haben genau das verloren, was sie stark gemacht hat: Tempo, Nähe zum Produkt, Mut zur Nische.

Unser Modell ist deshalb zentral in der Infrastruktur und dezentral in der Markenführung. Vor allem sind wir entlang des gesamten Weges zum Kunden integriert und optimiert: von der Sortimentsstrategie über Key Account und Disposition bis zur Betreuung der Fläche. Die Wertschöpfung bleibt im Haus, statt sie an Dritte zu verlieren.

Vielfalt im Regal ist Versorgungssicherheit

Der Zugang zum Regal ist mehr als eine Handelsfrage. Europa diskutiert über Ernährungssouveränität, regionale Wertschöpfung und resiliente Lieferketten. Diese Ziele entscheiden sich nicht in Strategiepapieren, sondern daran, ob regionale und innovative Hersteller überhaupt in den Massenmarkt kommen. Wenn dauerhaft nur bestehen kann, wer Konzerngröße hat, verlieren wir genau die Vielfalt, die Resilienz ausmacht.

Erfolgsfaktoren für den Weg ins Regal

  • Verfügbarkeit hat Vorrang vor Wachstumstempo. Eine Listung, die man nicht bedienen kann, ist teurer als eine Listung, die man nicht bekommt.
  • Marketing und Verfügbarkeit müssen synchron laufen. Eine Kampagne, die auf ein leeres Regal trifft, kostet zweimal: einmal das Budget und einmal das Vertrauen des Handels.
  • Eine gemeinsame Datenbasis über alle Marken. Ohne konsolidierte Absatz- und Bestandsdaten bleibt jede Prognose ein Bauchgefühl.
  • Skaleneffekte in der Lieferkette, Eigenständigkeit in der Marke. Das eine darf das andere nicht auffressen.
  • Der Handelspartner ist Kunde, nicht Abnehmer. Planungssicherheit ist Teil dessen, was wir liefern.
  • Das Modell muss sich ohne Sonderfaktoren rechnen. Was nur mit Förderung oder Sonderkonditionen funktioniert, ist kein Geschäftsmodell.

Am Ende zählt die Umsetzung

Ideen gibt es genug. Rar sind aber die, die daraus ein tragfähiges Geschäft machen. Regulierung setzt den Rahmen und Förderungen geben wichtige Impulse, aber gebaut wird der Weg ins Regal von Menschen, die Disposition, Handel und Marke gleichzeitig verstehen.

Erst dieses Zusammenspiel macht aus einer guten Idee eine Marke, die dauerhaft im Regal steht. Denn hinter jeder Marketingfrage steht am Ende eine Frage der Lieferkette.

Wer heute an einem guten Lebensmittelprodukt arbeitet und dabei merkt, dass die eigentliche Hürde nicht im Produkt liegt, sondern im Zugang zum Handel, muss diesen Weg nicht allein gehen. Genau dafür haben wir Alimentastic gebaut. Die Marke und das Produkt bleiben dort, wo sie hingehören, beim Team, das sie entwickelt hat. Vertrieb, Handelszugang und Lieferkette übernehmen wir. Über dieses Gespräch freuen wir uns jederzeit.

Wer diesen Weg einmal gebaut hat, muss nicht mehr auf den Handel reagieren, sondern kann vorausdenken. Three steps ahead.

Alimentastic entwickelt innovative Lebensmittel und Getränke mit Mehrwert. Das Salzburger Unternehmen verbindet exzellenten Geschmack, wissenschaftliche Expertise und nachhaltige Ernährungskonzepte zu zukunftsweisenden Food-Innovationen.

¹ Eurostat, Referenzjahr 2023, veröffentlicht am 16. Oktober 2025: 58,2 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle in der EU, davon 53 Prozent aus Haushalten und 47 Prozent aus vorgelagerten Stufen der Lebensmittelkette. https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-eurostat-news/w/ddn-20251016-2

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